Deutscher Meistertitel für Achtkampf Mannschaft
Bangkok oder Hannover - das war die Frage für das A-Schüler Team des ASC Darmstadt in den letzten Monaten. Während einige Athleten an den internationalen Schülerspielen in Bangkok teilnahmen, entschieden sich die Jungs vom Mehrkampfteam Stefanos Voglis, Lukas Eichler, Jan Hamacher, Jan Höra, Sven Schön und Max Wannemacher dafür, sich die deutschen Meisterschaften im Achtkampf der A-Schüler in Hannover nicht entgehen zu lassen. Hinzu kamen gute 13.593 Punkte vom Mehrkampf in Bad Sooden-Allendorf, die Anlass dazu gaben, auf ein gutes Ergebnis in Hannover zu hoffen. Dass diese Hoffnungen nicht nur erfüllt, sondern mit dem Gewinn des Deutschen Meistertitels sogar noch übertroffen wurden, dafür sorgte eine ausgeglichene, tolle Mannschaftsleistung, die sich in 13.999 erzielten Gesamtpunkten widerspiegelt.
Diese Leistung liegt nur etwa 250 Punkte unter dem bisherigen Deutschen Mehrkampfrekord der Schülermannschaften aus dem Jahre 1998 und ist seitdem das zweitbeste Mannschaftsresultat. Keiner der anwesenden Vereine (und die kamen immerhin unter anderem aus Berlin, Leverkusen, Leipzig…) zeigte sich so ausgeglichen besetzt, wie der ASC-Darmstadt.
Jan Hamacher und Max Wannemacher steigerten sich gegenüber den hessischen Meisterschaften jeweils um über 200 Punkte auf 4731 bzw. 4749 Punkte, und Stefanos Voglis brachte mit seiner neuen Bestmarke von 4519 Punkten seine Mannschaft auf den Weg in Richtung Siegerpodest. Mit drei Bestleistungen: 80m- Hürden (11,83s), Diskuswerfen (45,37m) und Speerwerfen (50,19m) setzte Stefanos deutliche Akzente für seine Teamkollegen.
Jan Hamacher ließ sich jedoch nicht lange bitten und konterte. Er warf den Speer auf 50,04 Meter und die Freude aller war riesengroß.
Lukas Eichler schleuderte den Diskus knapp an die 40m Marke (39,68m) und holte damit 612 Punkte.
Für Max Wannemacher galt es hingegen die Wurfdisziplinen einigermaßen unbeschadet zu überstehen, um dann in den Sprungwettkämpfen anzugreifen. Dies gelang ihm vor allem im Hochsprung mit 1,88 Meter (662 Punkte) und im Stabhochsprung, in dem er sich auf übersprungene 4,30m (678 Punkte) steigerte. Spannend machte er es im Speerwurf, als er erst im letzten Versuch die von den Trainern geforderte 40-Metermarke übertraf und letztendlich mit 41,33m eine persönliche Bestweite erzielte.
Mit 680 Punkten sorgte Jan Hamacher im Diskuswettbewerb für die höchste gesammelte Punktzahl. Seine Scheibe landete erst wieder nach 46,81 Metern. Dies waren drei Meter mehr als jemals zuvor in einem Wettbewerb.
Als nach dem ersten Wettkampftag beim Abendessen die Meldung kam, dass der ASC auf einem tollen zweiten Platz, mit 175 Punkten Rückstand auf Preussen Berlin, aber auch nur mit 53 Punkten vor dem Team aus Rhein-Wied lag, war das Ziel für die Jungs klar: Wir wollen auf’s Treppchen – und das möglichst ganz oben.
Unter diesem Motto starteten sie in den zweiten Wettkampftag, holten Punkt für Punkt auf, um schließlich vor dem abschließenden 1000-Meter-Lauf eine knappe Führung aufweisen zu können. Zwar spielte genau in diesem Moment das Wetter nicht mehr mit, aber die Vier hatten ihr Motto vom Vorabend noch fest im Blick und in den Beinen.
Starke Windböen und Regen machten es allen Läufern nicht gerade leicht, die letzte anstrengende Disziplin eines Mehrkampfes zu überstehen. Angefeuert von allen verfügbaren ASC-Kräften meisterte Lukas die Strecke in 3:22,21 Minuten und Stefanos vergrößerte mit seinem Lauf in 3:10,96 Minuten den Vorsprung auf Preussen Berlin. Im dritten und damit letzten Lauf mussten nun Jan und Max mit dem Ziel auf die Bahn, jedes grün-weiße Trikot hinter sich zu lassen. Jan - dem diese Strecke immer mindestens 900 Meter zu lang ist - erreichte das Ziel in 3:16,26, während Max nach 3:01,55 Minuten hinter der Ziellinie flach auf dem Boden lag.
Nach bangem Warten sorgten am Ende 13.999 Punkte dafür, dass der Mannschaft von Preussen Berlin der bereits mitgebrachte Siegersekt nicht mehr ganz so gut schmeckte, während Jan, Stefanos, Max und Lukas mit der Goldmedaille um den Hals die Heimreise antreten durften.
Die Einzelwertung macht deutlich, wie gut die ASC-Athleten mit ihren Trainern vor und während dieser deutschen Meisterschaft gearbeitet haben:
|
Max Wannemacher |
4. Platz |
(4.749 Punkte) |
|
Jan Hamacher |
6. Platz |
(4.731 Punkte) |
|
Stefanos Voglis |
19. Platz |
(4.519 Punkte) |
|
Lukas Eichler |
38. Platz |
(4.196 Punkte) |
Ein dicker Wermutstropfen lag in der Ablehnung der Starterlaubnis von Sven Schön und Jan Höra seitens des DLV. Nach langem Hin und Her und etlichen Telefonaten stand fest, dass die zwei Jungs, die beim ersten Mehrkampf in Bad Sooden-Allendorf bereits mit dabei waren, in Hannover nicht starten durften. Ihre Ergebnisse auf den hessischen Mehrkampfmeisterschaften sollten aber beiden Ansporn genug sein, um nächstes Jahr wieder anzugreifen.
Herzlichen Glückwunsch der Mannschaft und den mitgereisten Trainern Reiner Liese und Timo Hofstädter.
(Auch wäre ohne Bärbels Bananen, Kekse usw. dieser Erfolg nur schwer möglich gewesen. Dankeschön für die Unterstützung!)
Elke Wannemacher