Starker Auftritt von Alexandra Bott
Bei den Frauen überholte die Tschechin Anna Pichrtova auf dem überaus steilen Zielhang zur Hohen Salve die unter Krämpfen leidenden, zeitweise mit drei Minuten führenden Russin Evgeny Danilova und verteidigte ihren im Vorjahr in Groß-Britannien errungenen Titel erfolgreich. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) holte nach zweijähriger Durststrecke bei internationalen Meisterschaften wieder eine Medaille, denn Alexandra Bott (Darmstadt), Britta Müller (Freudenstadt) und Veronika Ulrich (Regensburg) schafften hinter Russland und Australien die Bronzemedaille.
"Im letzten internationalen Rennen der Saison haben wir endlich die lang ersehnte Medaille errungen!", freute sich der DLV-Berglauf-Chef Wolfgang Münzel. Emotionale Siegerehrung im vollbesetzten Festzelt in Söll am Wilden Kaiser dürften die deutschen Frauen so schnell nicht vergessen, denn den drei Medaillengewinner-Teams schwappten stehende Ovationen entgegen. "Dafür hat es sich gelohnt, bis zum letzten Meter alles zu geben!" freute sich sichtlich gerührt Alexandra Bott.
Die ASC-Läuferin zeigte bei ihrem Comeback nach dreijähriger Berglauf-Auszeit im Nationaltrikot eine starke Leistung. Als beste deutsche Läuferin belegte sie in einer Laufzeit von 3:54:11 Stunden Rang elf, dicht gefolgt von der auf den Langdistanzen deutlich routinierteren Britta Müller aus Freudenstadt. Die bis zur Streckenhälfte auf Rang zehn platzierte Veronika Ulrich fiel nach 23 km zurück und musste Platz um Platz einbüßen und wurde 19. Dennoch reichte es für die Deutschen in der Gesamtzeit von 12:03:19 Stunden zu Rang drei hinter den überlegenen Russinnen (10:56:37) und Australien (11:28:10). "Ich hatte Bedenken, dass ich die erste Streckenhälfte zu vorsichtig angelaufen wäre. Aber im Nachhinein bin ich mir sicher, dass es genau das richtige war!" sagte die 30jährige Darmstädterin im Ziel. Auch sie hatte im steilen Aufstieg zur Hohen Salve, als in 3,5 km fast 700 Höhenmeter zurückgelegt werden mussten, mit Krämpfen zu kämpfen. "Ich hatte Angst, dass bei einem schnelleren Schritt ein Krampf eine gute Platzierung zunichte machen würde!" Doch die Angst war letztlich unbegründet. Als Zwanzigste gestartet machte sie Platz um Platz gut und erreichte bei dichtem Nebel und einsetzendem Regen als Elfte das Ziel.
WMRA Long Distance Mountain Running Challenge in Söll/ Österreich (10. Oktober/ 42,195 km, HD 2 150 m):
Ergebnisse: Männer: 1. Marc Lauenstein (Schweiz) 3:06:20, 2. Jonathan Wyatt (Neuseeland) 3:12:05, 3. Ricky Lightfoot (England) 3.14:05, 4. Raymond Chemungor (Kenia) 3:14:51, 5. Marco Sturm (De/ LLC Marathon Regensburg) 3:18:23, 6. Daniel Bett (Kenia) 3:19:02, 7. Robert Kipkemoi Yegon (Kenia) 3:21:11; 8. Andrew Peace (England) 3:21:44… 15. Josef Beha (De/ FC Unterkirnach) 3:27:27, 24. Martin Schedler (De/ SV Schlau.com Saar) 3:34:31 - Mannschaften: 1. Kenia 9:55:04, 2. England 9:58:13, 3. Schottland 10:17:04, 4. Deutschland 10:20:21.
Frauen: 1. Anna Pichrtova (Tschechien) 3:28:57, 2. Eveny Danilova (Russland) 3:29:23, 3. Anna Frost (Neuseeland) 3:33:20, 4. Elena Rukhlyada (Russland) 3:38:19, 5. Angela Bateup (Australien) 3:48:35, 6. Irina Pankovskaya (Russland) 3:48:55, 7. Vanessa Haverd (Australien) 3:49:27, 8. Colleen Middleton (Australien) 3:50:08… 11. Alexandra Bott (De/ ASC Darmstadt) 3:54:11, 12. Britta Müller (De/ LG badenova Nordschwarzwald) 3:57:18, 19. Veronika Ulrich (De/ LG Telis Finanz Regensburg) 4:11:50 - Mannschaften: 1. Russland 10:56:37, 2. Australien 11:28:10, 3. Deutschland 12:03:19, 4. Schottland 12:14:24.