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Darmstädter Merck Stadtlauf 2026: Hitzeschlacht und „Wasser marsch“ in Darmstadts Innenstadt

Details
Ludwig Reiser

Feuertaufe der neuen Location bestens bestanden – Über 1.200 LäuferInnen haben den hohen Temperaturen mit Bedacht und angepasstem Tempo getrotzt – Überzeugende Vorstellung beim Heimspiel für Finja Schierl und Fabian Straulino – Titelsponsor Merck belohnt drei Schulen der Region mit Freistarts für 2027 – 48. Darmstädter Merck Stadtlauf geht mit großen Schritten auf das große Jubiläum zu

Ergebnisse und Impressionen

Zwölfhundert FinisherInnen, eine Hundertschaft an Helfenden, Dienstleistenden und Servicemitarbeitenden ließen sich am Mittwochabend durch das hochsommerliche Wetter keineswegs „kirre“ machen – und machten die 48. Auflage des Darmstädter Merck Stadtlaufs einmal mehr zu einem Lauffest der besonderen Art. Letztlich war es aber wie immer – nämlich heißes Wetter in einer aufgeheizten Innenstadt. Eben typisches Stadtlaufwetter! Und so mancher prominente Besucher wie Darmstadts Bürgermeisterin Barbara Akdeniz, DLV-Vorstand Leistungssport Dr. Jörg Bügner und HLV-Präsident Klaus Schuder blickten „herein“ beim zweitältesten deutschen Citylauf.

Stadtlauf-Chef Wilfried Raatz hatte im Verbund mit seinem Team allerdings auch so manche Vorkehrung getroffen, um mit ausgeweiteten Wasserstellen und den Hinweisen auf die städtischen Trinkwasserbrunnen, eine drohende Dehydrierung der LäuferInnen zu verhindern. „Unsere zusätzliche Wasserstelle am Ratskeller war für die meisten LäuferInnen die ‚rettende Insel‘, das hat sich einfach bestens bewährt“, so der Stadtlauf-Chef in einer Nachbetrachtung. Noch am Start hatte er vor jedem der Wettbewerbe auf die besonderen Hitzebedingungen hingewiesen und zur Vorsicht gemahnt. Auch der beauftragte Sanitätsdienst hatte die Anzahl der Mitarbeitenden merklich aufgestockt – und die Anzahl der Einsätze hielt sich zum Glück im einstelligen Bereich.

Zusammen mit den virtuellen Einschreibungen sind die 1.607 Anmeldungen ein kräftiger Beleg für die große Popularität einer Veranstaltung, die vom asc Darmstadt und der ausrichtenden Agentur wus-media UG seit 1978 ausgetragen wird. „Mit 76,5 Prozent FinisherInnen liegen wir durchaus im Rahmen von Laufveranstaltungen dieser Größenordnung. Zahlreiche Startnummern wurden entweder nicht abgeholt bzw. man verzichtete angesichts der Temperaturen um 36 Grad auf einen Start!“

Hier die „no show“, dort die begeisternde Show von Finja Schierl und Fabian Straulino im Wettbewerb „Braustübl Women’s Challenge“ bzw. „Riese & Müller Masters-Challenge“ über jeweils 5.000 m als überragende SiegerInnen der beiden Wettbewerbe. Sehr zur Freude des Organisationsmachers, der als Mittel- und Langstreckentrainer beim asc Darmstadt, beide SiegerInnen bereits in einer der Trainingsgruppen mit Erfolg betreute. Während Finja inzwischen am Triathlon-Bundesstützpunkt Saarbrücken professionell trainiert und zumeist international unterwegs ist und übrigens mit ihrem Team des DSW 1912 Darmstadt im Vorjahr deutscher Staffelmeister wurde, arbeitet Fabian als Arzt inzwischen im Klinikum Darmstadt und startet trotz seines geringen Zeitbudgets in der Zweiten Bundesliga des REA Card Triathlon Team VfL Münster.

Finja Schierl setzte sich bereits mit einem Blitzstart an die Spitze der Frauen, spulte in bemerkenswertem Speed die drei anspruchsvollen Runden mit der legendären Treppenpassage und einem Anstieg zum „Wilhelminenbuckel“ herunter und durfte sich nach 18:31 Minuten auf dem Marktplatz feiern lassen. „Ein tolles Event, das für mich viele Erinnerungen an früher geweckt hat. Als Mädchen war der Stadtlauf immer einer meiner Lieblingsläufe“, so Finja in der Nachbetrachtung. „Mit meinem Lauf war ich natürlich sehr zufrieden, zumal ich die starken Belastungen der letzten Tage noch in den Beinen hatte und die Hitze es auch nicht leichter machte!“

Die Vorjahreszweite Leonie Gieser musste auch heuer wieder mit Rang zwei zufrieden sein, ehe mit Viktoria Hossbach eine weitere Stammläuferin vom exzellenten Moderatorenduo Markus Philipp und Michael Heist angekündigt wurde. Auf Rang sieben in diesem stark besetzten Rennen kam mit der asc-Läuferin und international im Duathlon- und Triathlonbereich erfolgreichen W50-Siegerin Alexandra Rechel rein.

Und Fabian Straulino ließ sich bei den Masters den dritten Sieg in Folge in 16:54 Minuten nicht streitig machen, zumal der Vorjahreszweite Giuseppe Troia mit 17:17 Minuten doch deutlich zurück folgte. „Es war heute schon sehr heiß, deshalb habe ich auch an jeder Wasserstelle Station gemacht“, so der ausdauerschnelle Mediziner. Zumal er nicht zuletzt durch seine Triathlonrennen genügend Erfahrung mit geregelter Getränkezufuhr hat.

Im mit 330 FinisherInnen größten Rennen des Abends trumpfte mit Jonas Uster ein weiterer Triathlet auf, der in 16:10 Minuten seinen Triathlon-Kollegen Nils Huckschlag (16:29) deutlich hinter sich ließ.

Begeisterung auf und neben der Strecke gab es gewiss auch bei den Läufen des jungen Nachwuchses. Am Start gab es zudem auch Beifall für die Gewinner der Merck Team Trophy, die die Merck-Projektleiterin Maxi Nieber als Losfee ausloste. So dürfen mit dem Schuldorf Bergstraße, der Heinrich-Hoffmann-Schule Darmstadt und der Goetheschule Darmstadt drei in der Region angesiedelten Schulen mit einem großen Kontingent im kommenden Jahr kostenfrei starten.

In der mit 160 Kids besetzten Sport Hübner Schüler-Challenge II über 2.000 m gewannen Emanuel (6:55) und Nele (7:54), bei den älteren Kids waren Michel und Alexander mit 6:41 zeitgleich, während mit Martha die Tochter der W50-Siegerin Alexandra Rechel in 7:07 erfolgreich war. Bei den Bambinis waren Jakob (4:21) und Lara Sophie (4:20) die Tagesbesten.

Bestens angenommen wurde übrigens der Marktplatz als neues Zielareal, da der Luisenplatz wegen Baumaßnahmen nicht mehr zur Verfügung stand. „Für uns ist der Marktplatz als neues Ziel gesetzt, weil wir hier einfach die besseren Möglichkeiten zur Gestaltung haben“, so Wilfried Raatz, der dank der tatkräftigen Arbeit von achtzig Helfenden, drei Stunden nach dem letzten Läufer eine „besenreine“ Innenstadt verlassen konnte, Spuren eines turbulenten, hitzeintensiven Stadtlaufes waren nirgends mehr zu sehen und Tausende von Bechern zum Recyclen eingetütet. Auch am Ludwigsplatz, Schauplatz der großen „Asphaltgold“-Partyzone, war getreu der Auflagen der Stadt Darmstadt längst Ruhe eingekehrt. Bis zum 23. Juni 2027, wenn es mit dem 49. Darmstädter Merck Stadtlauf wieder rund gehen wird.

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